Kauf auf Rechnung

Das Einkaufen hat sich in den letzten Jahren immer mehr in die Wohnzimmer verlagert. Lieschen Müller kauft am liebsten im Internet. Es klingt auch alles so einfach, sofern man sich für den Rechnungskauf entscheidet. Shoppen gemütlich auf dem Sofa, bei Regen und Kälte – ja sogar in der Nacht und am Sonntag. Stundenlang Artikel begutachten, Größen und Farben finden, Preise in aller Kürze vergleichen und sich dann für das passende Produkt entscheiden. Es geht einfach weiter. Die eigene Adresse ist eingegeben und es folgt der Punkt Zahlungsmöglichkeiten. Nun wird es ein wenig komplizierter. Vorkasse, online auf Rechnung, per Kreditkarte, Nachnahme oder doch lieber Sofortüberweisung? Die großen Vorteile liegen eindeutig beim Rechnungskauf und beim Kauf auf Nachnahme. Zum einen kommt die Ware vor der Zahlung und auch die Nachnahme versichert das Eintreffen der Ware, bevor ein Cent gezahlt wurde. Die Zahlungsmöglichkeiten Vorkasse, Sofortüberweisung und Kreditkartenkauf finden natürlich viele Freunde im Bereich der Shopbetreiber, denn hier kommt das Geld des Kunden vor dem Verschicken der Ware. Eine sichere Art und Weise für den jeweiligen Shop. Wobei wir dann beim Nachteil des Kunden wären – unseriöse Shops und schwarze Schafe lassen sich oft nicht auf dem ersten Blick entlarven und so kann es passieren, dass man zahlt und keine Ware, dafür Ärger, erhält.

Online auf Rechnung zahlen ist ein großer Vorteil und eine Sicherheit für den einzelnen Kunden. Wo aber ein großer Vorteil für den Kunden – da ein großer Nachteil für den Betreiber eines Onlineshops. Dieser schickt nämlich seine Ware an die angegebene Adresse und immer öfter kann es auch vorkommen, dass er erst mal auf den Kosten sitzen bleibt, weil es Kunden gibt, die einfach nicht zahlen wollen oder können. Paymentanbieter bieten da eine gewisse Sicherheit für beide Seiten. Als eine Art Treuhänder steht der Paymentanbieter zwischen Kunde und Geschäft. Erst wenn der Kunde an den Anbieter von Payment gezahlt hat, geht die Ware an den Kunden. Und erst wenn der Kunde die Ware hat, geht das Geld an den Onlineshop. Eine große Sicherheit, die mit ein paar Euro Gebühren zu erlangen ist – gerade bei hochpreisigen Artikeln sehr empfohlen.

In erster Linie geht es darum, dass der Kunde Sicherheit beim Kauf im Netz genießt. Ist der Shop unbekannt sollten sich Kunden nie auf Vorkasse und Sofortüberweisung, sowie Kreditkartenzahlung einlassen. Online auf Rechnung, sowie Nachnahme sind ausnahmslos empfohlen, aber gerade bei Nachnahme ist mit einer geringen bis großen Gebühr zu rechnen.

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Über Tom Adebahr

Ich brenne für den E-Commerce und habe das Glück in einem spannenden Internet-Unternehmen in leitender vertrieblicher Position angestellt zu sein. Ein Faktor für meine überdurchschnittliche Motivation war schon immer meine Einstellung zur Arbeit. Ich habe viel Freude an dieser und genieße es, ins Büro zu fahren und das eigene Wissen um das meiner Kollegen zu ergänzen, um im Team effizient und erfolgreich zu sein.

7 Gedanken zu „Kauf auf Rechnung

  1. JCG

    Es ist mir ein Rätsel, weshalb Nachnahme stets als sichere Zahlart gepriesen wird:

    Der Zahlbetrag ist mit Aushändigung der Sendung fällig, eine vorherige Prüfung ist nicht möglich. Theoretisch kann der Verkäufer einen Backstein statt des bestellten iPhones liefern und erhält dennoch sicher die Bezahlung…

    Aus Betreibersicht ist der Verkauf auf offene Rechnung, je nach Zielgruppe, „tödlich“. Jemand, der nicht im E-Commerce tätig ist, kann sich oft nichtmal ansatzweise vorstellen, wie erschreckend hoch die Rate der Zahlungsausfälle ist.

    In den meisten Fällen sogar mit Betrugsvorsatz: Da haben säumige Zahler bereits zuvor die Eidesstattliche Versicherung abgegeben, sind bis ins Unermessliche verschuldet, und haben von Beginn an garnicht vor, zu zahlen.

    Auf offene Rechnung verkaufen wir nur noch mit zwischengeschaltetem Zahlungsdienstleister, welcher die Zahlungsgarantie übernimmt (paymorrow). Alles andere ist betriebswirtschaftlicher Suizid – leider! Persönlich kann ich mir nicht erklären, wie erstaunlich weite Teile der Gesellschaft so handeln können, wie sie leider handeln. Ich selbst bezahle meine Verbindlichkeiten grundsätzlich und handle stets ehrlich.

    Kurzum: Kauf auf offene Rechnung, abgesichert durch einen Zahlungsdienstleister wie paymorrow, BillSAFE oder Klarna ist sicherlich der „Königsweg“. Allerdings ist dies auch eine sehr teuere Lösung, und in vielen Branchen mit engen Margen müssen die dafür entstehenden Kosten ganz oder teilweise an den Endverbraucher weitergegeben werden.

  2. ShopMee

    Kauf auf Rechnung kann ein Anreiz sein für Kunden im Shop zu kaufen. Erhebungen haben gezeigt das Zahlungsarten wie etwa Vorkasse oder Kreditkarte dann stärker benutzt wurden, wenn auch Rechnung angeboten wurde. Kauf auf Rechnung erhöht das Vertrauen der Kunden in den Shop, auch wenn sie es nicht nutzen. Einen Zahlungsdienstleister zu nutzen ist sicher der bequemste und sicherste, aber ein teurer, Weg für Shopbetreiber. Die Dienstleister bieten meist ein Factoring mit an, so dass die Liquidität des Betreibers nicht so stark belastet wird. Ausserdem übernehmen sie die Bonitätsprüfung, so dass Kauf auf Rechnung für den Betreiber nicht zum Vabanquespiel wird. Aber man kann auch die Bonität der Kunden selber ermitteln. Ich hatte letztes Jahr darüber mal einen Beitrag verfasst: http://blog.shopmee.de/2010/04/28/bonitat-von-kunden/

  3. eShop online

    das Problem ist das bei einer älteren Zielgruppe meist online Banking oder Bezahlsysteme wie Paypal nicht vorhanden sind und Rechnungskauf noch aus „Versandkatalog Zeiten“ bekannt ist! Und man so ohne Rechnungskauf eine meist Finanzkräftige Zielgruppe ausschließt! Aber die Gruppe auf der anderen Seite die Rechnungskauf als güstigen und „kostenlosen“ Zugang zu Proukten sieht wächst auch immer mehr und kann gerade neuen Shops schnell die Existenz kosten kann. Deswegen sollte man hier ganz klar seine Zielgruppe kennen! Aber das Risiko bleibt immer. Dies wird sich erst in den nächsten Jahren etwas klären wenn online Banking oder Paypall auch für die Ü50 Generation normal sind. Bis dahin muß jeder Shop für sich selber zwischen dem Risiko von Zahlungsausfällen und der Hoffnung auf neue Zahlungskräftige Stammkunden entcheiden

  4. Otto

    Ich persönliche sehe das ähnlich wie ihr. Die Zielgruppe ab 35 die nicht wirklich Internetaffin ist und von Online Banking oder PayPal keine Ahnung haben werden sich wohl immer in Sicherheit wiegen wollen wenn eine Erstbestellung in einem Shop getätigt wird. Kenne ich den Shop, dann kann ich auch mal auf Vorkasse bestellen, kenne ich den Shop nicht, dann überleg ich mir das doch zweimal. Gerade wenn man immer wieder von solchen Phishing Attacken bzw. Betrugsfällen hört, verunsichert dies doch den einen oder anderen.

    Ich persönlich nutze immmer die Zahlungsart Vorauskasse, da die Ware schnell bei mir ist. Bin ich mir bei einem Shop unschlüssig, bestelle ich dort erst gar nicht.

    Gruß
    Otto

  5. Sven

    Die große Problematik ist eigentlich, dass die Politik (wieder einmal?) der realen Entwicklung hinterherrennt. Bei den aktuellen Wachstumszahlen im E-commerce fehlen – teilweise für beide Seiten, also Käufer und Verkäufer, geeignete Mittel um die Bonität ermitteln zu können.

    Große Versandunternehmen betreiben eigene Datenbanken, oder greifen auf bestehende zurück, um das Ausfallrisiko zu bewerten. Das ändert aber an der Problematik des normalen Mittelstands nichts. Kauf auf Rechnung anzubieten kann, wie im ersten Beitrag schon geschrieben, zum Todesstoß werden. Somit wird die Unschuldsvermutung im Versandhandel außer Kraft gesetzt, weil kaum eine Chance besteht sich vor Betrug zu schützen, oder im Betrugsfall kurzfristig Ware oder Geld zurückzubekommen.

  6. Blincc (Nora)

    Ich denke es gilt immer noch die Grundregel, dass jede zusätzliche Bezahlmöglichkeit die Anzahl der abgeschlossenen Verkäufe steigert. Irgendwie ist es schon merkwürdig, dass wir die einfachste Form der Bezahlung, Kauf auf Rechnung, erst wieder aus den USA „reimportieren“ müssen. Dass bei Bezahlung eine Zwischenstelle notwenig ist und diese Dienstleitung nicht ganz günstig ist, kann doch nicht der Grund sein, sie nicht anzubieten. Letztendlich müssen diese Kosten im Endpreis kalkuliert sein. Bei Produkten mit geringen Margen kann es aber schwierig sein.

  7. Marius

    Ich mache es in der Regel so:
    1) In Foren Nachlesen welche Erfahrungen gemacht wurden bezüglich der Lieferzeit
    2) In den Meisten Fällen Zahlung per Vorrauskasse. Wenn ich bei Mehreren Bestellungen zufrieden war, dann gerne auch mit der Kreditkarte. Ansonsten mit Kreditkarte nur bei Amazon 😉
    3) Kauf auf Rechnung lohnt sich nur, wenn ich ein Teil der Wahre wieder zurückschicken möchte. Dies kann Frau/Mann ja z.B. ei H&M sowie Esprit & Co.

    Zum Thema Sicherheit:
    Ja, ob man wirklich sicher ist kann man nicht wirklich ausschließen. Bisher habe ich aber mir meiner Vorgehensweise noch keine schlechten Erfahrungen gemacht.

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