Checkout Prozess und OnestepCheckout für Onlineshops

Am Checkout Prozess eines Webshops teilen sich die Meinungen. Wir sind der festen Überzeugung, dass das Geld mitunter im Bestellprozess verdient wird – oder eben auch nicht.

Grundgedanken zum Checkoutprozess

  1. Weniger ist mehr
  2. Konzentration auf die wichtigsten Steuer-Elemente
  3. Hilfe anbieten
  4. Aktionsbilder zur Unterstützung
  5. Sales Funnel

1. Weniger ist mehr

Alle Dinge, die vom Kauf ablenken können, haben in einem Bestellprozess eines Onlineshops nichts zu suchen.

  • Produkt-Navigation – der Käufer ist ja bereits dabei etwas zu kaufen und benötigt diese Navigation nicht mehr.
  • Genauso wenig sollte von Interesse sein, in welcher Kundengruppe der Käufer sich während des Bestellprozesses befindet.
  • Die Auswahl der Sprache (meist über ein „Flaggensymbol“ abgebildet) ist überflüssig

2. Konzentration auf die wichtigsten Steuer-Elemente

  • der Käufer soll bezahlen
  • die Buttons zu den weiteren Steps sollten einen farblichen Leitfaden bilden und den User zum Ziel leiten
  • Farbkennzeichnung: Grün/gelb ist positiv, rot wirkt hingegen abschreckend und symbolisiert einen Abbruch

3. Hilfe anbieten

Ohne Hilfe geht es manchmal auch im Bestellprozess eines Webshops nicht. Hilfe anbieten ist ok, aber bitte nicht aufdringlich wirken…

Gern gesehen ist die Einblendung eines Bild von einem Ansprechpartner, welches Persönlichkeit und oftmals Kompetenz ausstrahlt. Eine kostenfreie Telefonnummer oder die direkte Möglichkeit eines Chats schaffen zusätzliche Sicherheit. Falls es zu einer Frage kommt, sollte man für den Kunden da sein.

4. Aktionsbilder zur Unterstützung

Zum Kauf „führen“ – den Kunden bewusst leiten. Genau das sollte das Ziel sein. Unter Punkt 2. haben wir von der Farbkennzeichnung gesprochen.

Diese kann man auch dazu verwenden, um den Kunden bewusst zu lenken, um beispielsweise die für den Shopbetreiber vorteilhafte Vorkasse zu promoten. 3% Skonto auf die Zahlart Vorkasse, sollten jeden Stammkunden und auch Neukunden positiv beeinflussen.

Eine andere Möglichkeit wäre dem Shopbetreiber einen Rabatt auf das Abonnieren des Newsletters im Bestellprozess anzubieten.

Am Ende muss natürlich die Marge passen und diese Werte stellen nur Beispiele dar – finden jedoch in der Praxis häufig Anwendung.

5. Sales Funnel

Ein Bestellprozess ist meist in 4-5 einzelne Schritte untergliedert. Viele Shopbetreiber sind an dieser Stelle im Blindflug unterwegs und können kaum einschätzen, wieviel Prozent der potenziellen Kunden „offene Warenkörbe“ hinterlassen und den Kauf abbrechen. In Verbindung mit einem Tracking-Tool (auch Webcontrolling-Tool) lassen sich die meisten Shopsysteme genau auswerten, so auch der Bestellprozess.

Das Wort Sales Funnel setzt sich aus dem Wort „Funnel“ (Deutsch: Trichter) und dem Wort „Sales“ (Deutsch: Abverkauf) zusammen. Symbolisch dargestellt kennen wir den Trichter überwiegend aus dem Haushalt zum Abfüllen von Flüssigkeiten in ein kleineres oder engeres Gefäß. Und überträgt man den Prozess des Abfüllens auf einen Onlineshop, stellt der Sales Funnel das Verhältnis der Nutzer dar, die in den Bestellprozess „eingestiegen“ sind und tatsächlich auch Abverkäufe generiert haben. Die Conversion Rate im Bestellprozess. Es steigen ganz viele in den Bestellprozess ein und unten kommen nur ganz wenig tatsächliche Kunden/Käufer heraus.

Beispiel Trichter conversion in Google Analytics (xt-commerce)

Und genau mit so einem Trichter kann man genau erkennen, an welcher Stelle der Abbruch stattfindet. Angenommen 100 User steigen im Bestellprozess ein und davon gelangen lediglich 75% zum 2. Schritt und insgesamt dann nur 10% zum 3. Schritt. Dann könnte man sofort erkennen, dass 65% der User zwischen dem 2. und dem 3. Schritt „wegbrechen“. Hier könnte es zum Beispiel der Schritt mit den Zahlungarten sein. Mögliche Ursache: Hat der Shopbetreiber nur Vorkasse integriert, ist es fast logisch, dass alle Kunden „verloren“ gehen. Aber genau für solche Analysen sind Trichter äußert spannend!

Fazit

Leider sind heute immer noch viele Bestellprozesse von anno dato und verhindern so den Mehrumsatz für den Shopbetreiber. Es gibt auch völlig andere Ansätze, beispielsweise das Zusammenlegen aller einzelnen Bestellprozess-Steps in einen Gemeinsamen. Der User geht „zur Kasse“  und findet alle relevanten Informationen übersichtlich angeordnet auf einer Seite. Im englischsprachigen Raum wird dann vom One Step Checkout gesprochen.

Extension für Magento – One Step Checkout

Eben diesen Checkout auf einer Seite bietet ein norwegisches Unternehmen für die Shopsoftware Magento an. Und wir haben diese Magento Extension unter die Lupe genommen.

Der Wechsel einzelner Funktion, wie zum Beispiel der Zahlarten geht gut von der Hand, mit einem Klick wechselt die Zahlungsart und wird ohne die Seite neu aufzubauen sofort dargestellt. Übersichtlich und das ist genau das, was uns so gut gefällt, wird eben auch gleich der Gesamtpreis angezeigt.

Weitere Referenzen sind hier zu finden.

Die Magento Extension wird in 3 Versionen unterteilt. Die Unterschiede sind auf dem ersten Blick nicht zu erkennen, setzen sich aber aus Supportleistung und Anzahl der Einstellungen zusammen. Zusätzlich unterscheiden sich die Versionen auch für deren Einsatzgebiet, ob der Checkout in einem Multishop eingesetzt werden soll oder auch nicht.

 

 

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Über Tom Adebahr

Ich brenne für den E-Commerce und habe das Glück in einem spannenden Internet-Unternehmen in leitender vertrieblicher Position angestellt zu sein. Ein Faktor für meine überdurchschnittliche Motivation war schon immer meine Einstellung zur Arbeit. Ich habe viel Freude an dieser und genieße es, ins Büro zu fahren und das eigene Wissen um das meiner Kollegen zu ergänzen, um im Team effizient und erfolgreich zu sein.

2 Gedanken zu „Checkout Prozess und OnestepCheckout für Onlineshops

  1. Olga

    Wie immer Respekt für solchen Artikel. OneStep-Checkout scheint an Popularität zu gewinnen. Ich bin der Meinung, dass der Shopbetreiber dabei die Möglichkeit verliert, seinen Warenumsatz zu steigern, indem er zum Beispiel noch Cross-Selling verwendet. Was noch zu beachten ist, ist eigentlich ein großer Footer, der heute im Trend ist, soll aber auf den Checkout-Seiten überhaupt gelöscht werden.

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