Verhandlungsgrundsätze mit Produkt- und Preisvergleichsdiensten

Wie gehen wir als Onlineshopbetreiber am Besten in eine Verhandlung mit einem Produkt- und Preisvergleichsdienst? Was müssen wir wissen, was beachten? Was darf in Preisvergleich kosten?

Der ShopTrainer empfiehlt folgende Punkte zu beachten:

  • Gebühren
    • Welche Gebühren fallen pro Weiterleitung an? von 0 Cent bis 40 Cent pro Weiterleitung/Klick können schon anfallen. Diese Zahlen sind in dieser Form kaum einschätzbar und so sollten wir uns nicht auf die Klickgebühr einschiessen. Wieviel Weiterleitungen werden denn entstehen? Wie hoch sind die Abverkäufe? Vom Prinzip her sollten wir uns sagen, je weniger die Weiterleitung kostet, desto besser. Vorsicht ist geboten:  Auch wenn mich ein Dienst nur 8 Cent kostet, kann es bei mangelnden Abverkäufen mehr sein, als ein Dienst, der 30 Cent pro Weiterleitung berechnet, wenn in dem Fall der 8 Cent das 5 fache an Weiterleitungen in Rechnung gestellt werden
  • Bereinigung
    • Filtert der Dienst Doppelt- und Mehrfachklicks heraus? Wie sieht es mit Robotern aus? Welche Zeitintervalle gibt es für die Bereinigung – Fragt gezielt nach! Oft haben hier Vertriebler ein starkes Manko und werden schnell unsicher (siehe auch Punkt Live-Statistik)
  • Vertragslaufzeit
    • Mindestvertragslaufzeiten sollte es eigentlich gar nicht mehr geben. Wenn der Dienst gut ist, dann bleiben wir doch mit unseren Produkten permanent an Board, wir verdienen ja Geld. Wenn der Dienst eine schlechte Qualität hat, sollten wir die Zusammenarbeit auch schnell beenden können.
  • Kündigungsfristen
    • Hier haben wir schon so einiges erlebt – Normalform sind wohl 4 Wochen zum Monatsende. Drüber ist aus unserer Sicht nicht verständlich.
  • Einrichtungsgebühren
    • Wofür sollte ein Dienst eine Einrichtungsgebühr verlangen? Schließlich will uns der Dienst doch für sich gewinnen, oder etwa nicht?
  • Produktanzahl
    • Wichtiger Punkt: Je weniger Produkte wir an den Dienst übermitteln, umso weniger sollte an Gebühren fällig werden. Steht aber im Kooperationsvertrag, dass wir zum Beispiel 50% der Produkte listen müssen ist Obacht geboten. Dieser Dienst kann kaum seriös sein. Wir sollten uns generell die Produktzahl aussuchen können. ShopTrainer empfiehlt: Geziehlt mit wenigen Produkten starten und langsam die CSV-Datei auffüllen und alles genau per Kampagnenverwaltung (hierzu später mehr in unserem Blog) kontrollieren.
  • Mindestgebühr
    • Welcher Dienst eine Mindestgebühr berechnet, sollte gemieden werden.
  • Zahlungsziel
    • Durch das Einräumen von Zahlunszielen von zum Beispiel 10 Tage nach Rechnungsstellung gewährt uns der Dienst einen Lieferanten-,  bzw. Handelskredit. Das ist eine faire Geschichte und sollte im Auge behalten werden
  • Live-Statistiken
    • Bietet der Dienst uns als Onlineshopbetreiber Live-Statistiken an, ist Vorsicht geboten. Denn, wenn wir Live-Statistiken haben, wird wohl eine Bereinigung von Fehlweiterleitungen kaum stattfinden. Hat man tagesaktuelle Statistiken ist es besser. Jedoch weit bereinigt werden diese auch nicht sein. Was ist mit Robotern, die ganze Kategorien klicken, oder auch in der Nacht fleissig unterwegs sind? Diese sollten auch bereinigt werden. Dies ist in einem 24 Stunden-Zyklus kaum sauber erkennbar. Wir sollten auch hier die Vertriebler direkt drauf ansprechen – mal schauen, was genau dabei herauskommen wird :-)?
  • Testphase
    • Warum sollte ein Dienst nicht auch eine Testphase anbieten. Schließlich sollten die Anbieter doch auch von Ihrer eigenen Qualität überzeugt sein. Einige Dienste bieten einen kostenlosten Test von einigen Tagen bis Wochen an. Doch die Dienste haben auch nichts zu verschenken. Entscheidend aus unserer Perspektive sind vor allem faire Vertragslaufzeiten. Können wir den Dienst schnell und unkompliziert beenden?
  • Aufbau der Schnittstelle
    • Fragen Sie den Vetriebler welche Informationen eine CSV-Datei enthalten sollte? Antwort er mit „egal“, so sollte man nachfassen. Das kann nicht egal sein, denn, je mehr Informationen an solch ein Portal übergeben werden, desto hochwertiger werden die potenziellen Kunden sein. Desto höher wiederum die Konversionrate und umso niedriger die Gebühr, umso höher der Erfolg. Stellt Euch vor, wir übermitteln an einen Dienst keine Bilder oder keine Produktbeschreibung. Die User finden die Produkte, erhalten vermutlich nur minderwertige Informationen zu diesem Produkt, klicken, landen in unserem Shop und stellen fest, dass das Produkt nicht das ist, was er sich vorgestellt hat. Dies führt zum Kaufabbruch!
  • Weiterleitungsmöglichkeiten
    • Wieviele Weiterleitungsmöglichkeiten bietet mir der Produkt- und Preisvergleichsdienst? Diese Zahl schwangt sehr stark. Einige Dienste bieten bis zu 6 Weiterleitungsmöglichkeiten der User in unseren Shop an – andere hingegen nur Eine. Im ersten Moment sollten wir uns denken – prima, mehr ist gut – doch weit gefehlt. Wie oft klicken wir ausversehen auf etwas drauf und schon wieder öffnet sich eine Seite – dieses Szenario kennen wir doch alle. Eine Weiterleitungen über Produktbeschreibungen, Produktbezeichnungen und Bilder sollten tunlichst vermieden werden. Einen nervösen Mausklickzeigefinger haben wir doch alle.
  • Konversionrate
    • Wir sollten den Vertriebler folgende Fangfrage stellen – welche Konversionrate entsteht bei der Zusammenarbeit mit Ihrem Portal. Sollte diese Person uns eine genaue Zahl vorhersagen kann Sie vom Prinzip her nur lügen. Denn eine Konversionrate setzt sich immer aus 2 Seiten zusammen – dem User/der Quelle und unserem Shop.  Hat das Portal viele User, die gerne per PayPal bestellen wollen, wir aber kein PayPal (angenommen, wir haben nur Vorkasse) in unserem Shop integriert haben, stellt sich die Frage, ob der User wirklich per Vorkasse bestellen würde – wir sagen Nein! Der User wird den Kauf abbrechen. Desweiteren könnte es auch gut sein, dass der User selbst vom Portal über eine gute Google-Positionierung eingefangen worden ist, jedoch aber nicht kaufinterssiert ist. Dann klickt die User nur umher und kauft ehh nichts. Eine Konversionrate (engl. conversion rate, kurz CR) beschreibt das Verhältnis von Weiterleitungen zu Abverkäufen. Kurz um – kann der Vertriebler eines solchen Dienstes nur eine ganz grobe Einschätzung abgeben, zb: 3-10%. Spätestens, wenn wir mit unseren Shop ein umfangreiches Produktsortiment  und kein Spezialsegment mehr haben. Der Vertriebler kann unmöglich über mehrere Bereiche blicken und etwas prognostizieren, was er nicht weiss.

2 Gedanken zu „Verhandlungsgrundsätze mit Produkt- und Preisvergleichsdiensten

  1. Ecato. Christian Boris Schmidt

    Der Argumentation hinsichtlich der Statistiken kann ich nur bedingt zustimmen. Es kann doch nicht im Ernst positiv bewertet werden, wenn ein Preisvergleich seine Kunden tagelang oder vielleicht gar bis zur Rechnungstellung über die entstehenden Kosten im Unklaren lässt. Wir bieten ein tagesaktuelles Reporting (auf Wunsch inkl. Conversions) an und sind sehr wohl in der Zwischenzeit in der Lage die Klicks sinnvoll zu bewerten. Ein Teil der Klicks wird sogar sofort als wertlos gestrichen. Zudem besteht immer die Möglichkeit Unregelmäßigkeiten, die erst über einen längeren Betrachtungszeitraum erkennbar sind, noch vor der Abrechnung zu korrigieren. Wenn es einmal gar nicht anders geht, schreiben wir unseren Kunden bereits in Rechnung gestellte Teilbeträge auch wieder gut.

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