Amazons Drohnen-Idee ist nur eine von vielen Logistik-Innovationen

Wenn ein Platzhirsch wie Amazon röhrt, hören alle hin: Derzeit macht der Großversender mit seiner Idee Furore, Waren künftig mit Drohnen auszuliefern. Konzern-Gründer Jeff Bezos möchte mit dem neuen Service „Amazon Prime Air“ unbemannte Flugobjekte durch Großstädte und Ballungsgebiete schicken.

Den Plänen zufolge werden die Drohnen rund 16 Kilometer weit fliegen können. Sie sollen Warensendungen innerhalb von nur 30 Minuten beim Kunden abliefern. Die Fluggeräte können bis zu zweieinhalb Kilogramm schwere Lieferungen transportieren. In einem semiprofessionell wirkenden, aber dennoch sehr anschaulichen Video zeigt der Versender, wie es einmal gehen soll.

Ist das nur eine verrückte Idee oder eine Zukunftsvision, die schon 2015 Realität werden kann? So lange wollen sich nämlich die US-Behörden noch Zeit lassen, um den fleißigen Drohnen alle nötigen Genehmigungen zu erteilen.

Zwei Dinge fallen mir spontan zu der Geschichte ein. Zum einen wird die berühmte „letzte Meile“ zum Kunden sicherlich schwierig zu überwinden sein. Wer hat schon eine Riesenterrasse wie im Werbevideo zu sehen, wo die Drohne problemlos aufsetzen kann? Man stelle sich nur Zustellungen in New Yorks Wolkenkratzer-Schluchten oder in jeder anderen Großstadt dieser Welt vor…

Zum anderen kam mir die Sache gleich nicht ganz unbekannt vor. Bingo! Zwei Gedankengänge und eine Google-Recherche später fällt mir wieder der australische Buchverleih Zookal ein. Der hat in Sydney angefangen, Literatur mit Drohnen auszuliefern. Die Australier sind also anscheinend schon viel weiter als Amazon – und dabei viel geräuschärmer.

Als kleiner Shopbetreiber kann man sich da schon fragen, wo das eigentlich alles hinführt und ob man da noch Schritt halten kann. Aber keine Sorge, kein Händler muss sich vorgestrig fühlen, wenn Amazon unbemannte Flugobjekte schickt: Es gibt es noch zahlreiche weitere Innovationen, um die Logistik im Handel auf Trab zu bringen. Einige der verblüffendsten Ideen stellt das Projekt Next in Commerce vor. Dessen Website hat eine eigene Rubrik mit Logistiktrends.

Dort wird zum Beispiel das deutsche Start-up HierBeiDir.com vorgestellt, das Angebote lokaler Händler aggregiert. Die Ware kommt innerhalb von 90 Minuten per Fahrradkurier oder kann im Laden abgeholt werden. MyTaxi vermittelt zusätzlich zu Taxifahrten auch Heimzustellungen von Einzelhandelswaren durch Taxifahrer am gleichen Tag, etwa für Media Markt in Hamburg.

Diese Beispiele sind gar nicht so weit weg von dem, was innovative Onlinehändler selbst einmal auf die Beine stellen können – vielleicht nicht jetzt, aber möglicherweise in naher Zukunft. Sinnigerweise hat Next in Commerce den Anspruch, die wichtigsten Trends für 2014 zu zeigen. Bleibt abzuwarten, welche abgefahrenen Ideen davon es wirklich in den Händler- und Kundenalltag schaffen.

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Über Tom Adebahr

Ich brenne für den E-Commerce und habe das Glück in einem spannenden Internet-Unternehmen in leitender vertrieblicher Position angestellt zu sein. Ein Faktor für meine überdurchschnittliche Motivation war schon immer meine Einstellung zur Arbeit. Ich habe viel Freude an dieser und genieße es, ins Büro zu fahren und das eigene Wissen um das meiner Kollegen zu ergänzen, um im Team effizient und erfolgreich zu sein.

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