Zalando beendet die Ära Magento

Bei einem morgentlichen Blick auf Zalando staunten wir nicht schlecht – Zalando scheint nicht mehr auf dem Shopsystem Magento basieren. Was für Endverbraucher kaum zu erkennen ist, ist für unser geschultes Shopsystem-Auge leicht zu erkennen. Jedoch ließ sich auch kein anderes, bekanntes Shopsystem erkennen – zalando setzt wohl auf eine Eigenentwicklung.

Wir vermuten, dass der Wechsel mit den immer wieder auftauchenden Magento-Performance-Problemen zusammenhängt. Auch wenn es bereits sehr leistungsstarke Webserver und einige gute Magento Caching Extensions gibt, hat Zalando vor allem mit sehr viel Traffic zu kämpfen. Sicherlich fallen Performance-Probleme hier mehr ins Gewicht als bei kleineren Shops. Der Blick auf Google Trends zeigt auf, dass zum Teil mehr als 250 000 User pro Tag das Online-Warenhaus Zalando besuchen.

Alle, die auf Magento setzen und setzen wollen, möchten wir an dieser Stelle witerhin Mut machen. Magento wird durch Zalando’s Schritt sicher nicht schlechter und weniger interessant werden – für wirklich viele Produktsegmente und Userströme ist es wirklich ein durchdachtes System, welches sich komfortabel bedienen und skalieren lässt. So haben nicht nur Entwickler, sondern insbesondere auch Shopbetreiber mit Magento viele Vorteile. Jedem sollte klar sein, dass Zalando in einer anderen Liga spielt – viel E-Commerce Know-How, einige (große) Investoren, eine gigantische Vernetzung und daraus resultierende, gute Suchmaschinenoptimierung.

Unterdessen warten wir immer noch gespannt auf den Zeitpunkt der Umstellung vom neuen Globetrotter-Shop auf Basis von Magento….

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Über Tom Adebahr

Ich brenne für den E-Commerce und habe das Glück in einem spannenden Internet-Unternehmen in leitender vertrieblicher Position angestellt zu sein. Ein Faktor für meine überdurchschnittliche Motivation war schon immer meine Einstellung zur Arbeit. Ich habe viel Freude an dieser und genieße es, ins Büro zu fahren und das eigene Wissen um das meiner Kollegen zu ergänzen, um im Team effizient und erfolgreich zu sein.

19 Gedanken zu „Zalando beendet die Ära Magento

  1. Tools

    Ihr habt es ja schon angekündigt gehabt…ich denke auch, dass man aus der Entscheidung von Zalando keine Rückschlüsse für den „normalsterblichen“ Shopbetreiber ziehen kann. Zalando spielt in einer anderen Liga! Magento ist meiner Meinung nach dennoch eine sehr tolle Alternative und wirkt unter alles Softwares einfach am dynamischsten.
    Viel Erfolg mit der scheinbaren Eigenkreation für Zalando!

  2. Der Dienstleister

    Das sehe ich völlig anders, wie Tools.
    Wenn Zalando die Performanceprobleme nicht in den Griff bekommt, wie soll es dann ein Normalsterblicher tun?
    Das ist für mich schon eine sehr wichtige Info für die Zukunft…..

  3. Pascal

    Seid ihr sicher? Also ich tippe auf hybris.
    Zalando hat sicherlich genug Entwickler, um viel anzustellen, aber in so kurzer Zeit was eigenes aufzusetzen? Ich glaube eher die nutzen hybris und bohren das anständig auf.

  4. twyda

    Na, Performance ist mit der aktuellen Version schon besser geworden, für High-Traffic Sites aber ist es an der Tagesordnung, möglichst viel an Magento vorbei zu schleusen, was Zalando natürlich auch gemacht hat – so ein Performance kriegt man mit Standard-Magento einfach nicht hin – ob mit 20 oder 50 Servern. Die Lösungsansätze sind aber sehr unterschiedlich. Magento ist nun mal eine Eierlegendewollmilchsau – Flexibilität kostet Performance und keine Firma braucht alle Funktionen. Der Vorteil ist aber, dass man schnell neue Shops aufsetzen kann. Die Nachteile liegen auf der Hand. Und nu, frohes Einkaufen bei Zalando 🙂

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  8. Michael Karl

    Auch Magento kann man schnell bekommen, dennoch ist es teilweise Ressourcen-Hungrig, besonders wenn man viele individuelle Anpassungen braucht.

    Insbesondere große Unternehmen und Shops brauchen mehr als nur einen Shop – Dort ist die komplette Anbindung der Warenwirtschaft, Versand, und Co nicht nur nötig sondern absolute Vorrausetzung für einen sinnvollen Ablauf.
    Kommt das alles zusammen macht eine Eigenentwicklung einfach mehr Sinn.

    Für den Durchschnitts-Shop-Betreiber ist Magento Performance-Technisch ausreichend und bereitet keine Probleme. Der Otto-Normal-Verbraucher hat also keinerlei Probleme und kann sich aus was anderes konzentrieren…

  9. Weber

    es wird sicher nicht an der Performance liegen sonderen an den Funktionen die sich Zalando mehr wünscht….. man kann davon ausgehen das dieses System an Komplexheit Hybris übersteigt…. Zalando tätigt alle Überlegungen strategisch…..

  10. Beric

    Da Zalando Geld ohne Ende zur Verfügung hat werden die sich schon das Beste rausgepickt haben. Bin gerade selber am überlegen ob ich auf einen Magento Shop wechseln soll. Weiß jemand ab wievielen Besuchern es Probleme gibt?

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  12. Heiko Specht

    Ich würde einfach einmal stumpf behaupten: Die Performanceprobleme kamen nicht von Magento.
    Und nein, ich bin weder ein Mitarbeiter von Magento noch habe ich in irgendeiner Art und Weise etwas mit denen zu tun 😉

  13. Christian

    Ab wievielen Besuchern pro Tag bekommt man den mit Magento Performanceprobleme? Weil jeder andere normale Shopbetreiber wird niemals in die Größenordnungen von Zalando vorstoßen. Solange Magento Shops bis 50 oder 100k am Tag bedienen kann, sollte das in 98% der Fälle ja ausreichen.

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  15. Otto

    Kann mir jemand sagen ab wieviel Performance Magento ncht mehr zu empfehlen ist? Welche alternative gibt es da? Die Frage wird hier oft gestellt, jedoch kommen keine Antworten. Schade.

  16. stefan

    hallo,

    auf grund der enormen bug listen von magento
    und den performance problemen , den schwachen DE distributionen,
    dem layout system und dem überteuerten agentur preisen und das
    aufgeblähte system habe ich mich davon abgewendet.

    und das ist gut so,weil ich die USA nicht unterstützen will
    die mit ebay und co die welt abzocken.
    alles überteuern und scheiss support bieten !

    man sieht es ja ,dass kleine wie grosse shops
    sehr langsam sind.
    ich habe noch keinen gesehen der wirklich schnell is.
    und wenn dann nur einer auf dem keine kunden sind.

    xt commmerce bleibt schlank und schnell.
    sowie andere wie gambio usw….
    und die können ja auch einiges wie man sieht.

  17. Sebastian

    Mittlerweile gibt es so viele Optimierungsansätze mit denen man Magento so optimieren kann, dass man problemlos fast jeden Shop mit Magento betreiben kann. Es kommt selbstverständlich auf den Artikelstamm und die gesamte Struktur drauf an. Otto, ist eine genaue Zahl an Seitenaufrufe und Bestellungen gefragt? Mit Loadbalancing kann man fast jeden Shop betreiben, siehe Zalando. Die Zahlen wie Zalando muss man erst mal ansatzweise generieren! Ohne Loadbalancing kann man bereits über 200.000 Besucher pro Tag und 10.000 Bestellungen verarbeiten. Ohne Optimierung nimm die Zahlen einmal durch 50 oder 75 je nach Shop.Ansonsten bitte eine konkrete Frage stellen 😉

  18. Nick Weisser

    Zalando hat bis zu 250’000 Besucher täglich, im Magento Enterprise Edition Shop von Angry Birds sind es bis zu 1’000’000 Besucher täglich. Fabrizio Branca hat beim letzten Meet Magento einen Vortrag darüber gehalten wie man mit Rightscale (Amazon EC2, etc.) und Varnish Cache diesen Anforderungen gerecht werden kann.

    Ich vermute, dass es andere Gründe für die Entscheidung von Zalando gibt, z.B. im Bereich Multi-Channel E-Commerce. Wäre natürlich interessant ein offizielles Statement von Zalando hierzu zu hören.

  19. Björn

    Mhm an der Performance wird es nicht gelegen haben. Das kann man mit einem Guten Budget sehr umfangreich optimieren, da muss sich Magento nicht verstecken. Das Problem sind vermutlich die hohen Entwicklungskosten. Mag sein dass Magento auf den ersten Blick sehr flexibel ist, doch leider ist es sehr verbugt und die Entwickler stopfen lieber permanent neue Features da rein als mal die ganzen Fehler zu beheben. Es gab bisher kein release wo man nicht die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen hat und sich gefragt hat ob da Praktikanten am Werk waren. Das ZendFramework und MVC haben die Jungs jedenfalls nicht wirklich verstanden wenn man sich mal den gesammten Code ansieht. Die Grundfunktionalitäten sind teilweise ok, wenn man etwas ausgefallenere Sachen vor hat, stolpert man über so viele Probleme das man in der Zeit ein wesentlich konsistenteres und auf die Anforderungen abgestimmteres System auch selber mit ZF oder Fluid umsetzen kann ohne das das Budget viel größer sein muss als das was verbraten wird um einen ordentlichen individulellen Magento Store zu schaffen. Für wachsende Shops die viel Potential haben, würde ich jedenfalls nie zu Magento raten.

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