Otto-Group geht es dank des E-Commerce gut

Abendblatt.de berichtet, dass es der Otto Gruppe dank des E-Commerce trotz Wirtschaftskriese gut gehen würde und vor allem das abgelaufene Geschäftsjahr sowohl vom Umsatz als auch Ertrag gestiegen sei.

Größter Wachstumstreiber in der Otto Group war im Geschäftsjahr 2008/2009, das Ende Februar endete, der Sektor E-Commerce. Das Onlinegeschäft legte um 12,5 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro zu. Damit bleibt Otto nach Amazon weltweit der zweitgrößte Onlineanbieter im Geschäft mit Endverbrauchern. In Deutschland stieg die Onlinenachfrage sogar um 13,7 Prozent auf vier Milliarden Euro.

Das sind Neuigkeiten, die wir gerne hören. In der Tat sind Meldungen starker Umsatz- und Gewinneinbrüche in vielem Wirtschaftszweigen an der Tagesordnung – wiedereinmal wird uns klar, dass wir im richtigen Segment unterwegs sind. Der E-Commerce setzt sich trotz dieser Krise durch.

Nur die Wenigsten im E-Commerce-Bereich wissen überhaupt von den umfangreichen Portalen und Diensten der Otto-Gruppe. Hier eine Übersicht aus dem Segment E-Commerce:

Hans-Otto Schrader teilte im Interview mit dem Abendblatt mit: „Wir stehen gut da, haben enorme Finanzkraft und gute Ideen“, zog der Vorstandschef der Otto Group gestern Bilanz. Besonders freut den Firmenlenker, dass sich der Vorstand im Gegensatz zu einigen anderen Familienunternehmen in der Republik, nicht zu überteuerten Zukäufen hinreißen ließ. Während Firmen wie Schaeffler große Geschäfte einfädelten und sich dabei finanziell überhoben, habe die Otto Gruppe die Hochpreisphase vor der Finanzmarktkrise zum Verkauf eigener Unternehmensbereiche – wie Fegro/Selgros oder Club des Créateurs de Beauté – genutzt und damit Kasse gemacht. Insgesamt flossen Otto damit 400 Millionen Euro zu. Geld, das jetzt für neue Geschäftsideen und Zukäufe investiert werden kann.

Spannend ist, dass Otto dabei auch an Teilen des insolventen Arcandor-Konzerns interessiert sei, besonders an der Primondo-Tochter. Zu Ihr gehören folgende E-Commerce Portale/Onlineshops:

An welchen Teilen des Unternehmens genau – wollte Herr Scharder noch nicht mitteilen, nur so viel, dass kein Interesse an Quelle bestünde: „Wir wollen Quelle nicht übernehmen. Wir glauben nicht, dass eine Sanierung erfolgreich möglich ist. Ein Konzeptwechsel würde drei bis fünf Jahre dauern. Diese Zeit haben wir nicht.“ Für jede Übernahme gelte grundsätzlich: „Wir müssen erst die Bücher prüfen. Zudem muss der Preis fair und angemessen sein.“

Bisher hat uns der Insolvenzverwalter aber noch nicht angesprochen“, sagte Schrader. Um den konzerneigenen Sportartikelhandel Sport Scheck zu stärken, käme auch eine Übernahme einiger Karstadt Sporthäuser in Frage.

Wachstumsschwerpunkte für die Zukunft sollen vor allem der Online-Bereich, der stationäre Einzelhandel, sowie der Bereich Service sein. In der Startphase befindet sich auch das Portal für Modemarken „yalook„, für die junge „Twittergeneration“.

Insgesamt konnte der Konzern seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro steigern. Der Jahresüberschuss legte um 15,9 Prozent auf 321 Millionen Euro zu. Durch eine Umschichtung von Gewinnrücklagen erhöhten die Gesellschafter das Eigenkapital um 110 auf 770 Millionen Euro, womit der Konzern nun über eine Eigenkapitalquote von 28 Prozent verfügt.

Weltweit beschäftigt Otto fast 50 000 Mitarbeiter. Auch für 2009 bleibt Schrader zuversichtlich: „Im ersten Quartal konnte eine leichte Umsatzsteigerung realisiert werden.“ Eine Prognose gab der Otto-Chef wegen der Wirtschaftskrise aber nicht ab: „Das wäre nicht seriös.“ Bis auf den angekündigten Jobabbau von 410 Stellen in der Logistik soll die Mitarbeiterzahl stabil bleiben: „Es gibt keine Pläne, Personal zu reduzieren.“