Globetrotter ab 2010 mit neuem Shop-System

Es war eine Frage der Zeit, bis Globetrotter.de auf ein neues Shopsystem umrüstet, vor allem wenn man die Jack Wolfksin Tochter  betrachtet, die schon seit längerem mit einem neuem System erfolgreich online ist. Laut handelskraft.de steigt Globetrotter zu Beginn des des Jahres 2010 auf Magento um.

Was muss das für ein riesen Aufwand sein?! Bis heute noch beschäftigt Globetrotter vermutlich diverse Mitarbeiter nur für die Entwicklung eigenen Shops. Das kostet auf lange Sicht viel Resourcen, wobei auch eine Magentos Lösung nicht umsonst sein wird. Laut Medien wurde die Agentur Visions involviert, diese hat auch den Shop für Jack Wolfskin produziert.

Mitunter ist auch zu lesen, dass einige in der Branche diese Entwcheidung des Umstieges auf Magento mit Skepsis betrachten: Alexander Graf, beispielsweise, sieht in dieser Entscheidung einen Fehler, da seiner Meinung nach solch ein spezielles Sortiment, wie es bei Globetrotter.de angeboten wird, in einer individuellen Umsetzung besser positioniert ist, da so langfristig Zusatzservices eingebunden werden können. Die Online-Shops, die bisher auf Magento gebaut wurden, wissen jedoch wie flexibel sich die Software an die eigenen Wünsche anpassen lässt.

Vor kurzem sind wir als ShopTrainer noch der Meinung gewesen, dass das Shopsystem Magento sich im deutschen Markt zwar behaupten wird, aber die Chance auf ein starkes Wachstum durchaus gedämmt sei. Dies hängt mit der Komplexität des Systemes auch im Vergleich zum marktstarken Xt-Commerce zusammen. Kleine nebenberufliche Onlineshopbetreiber erwarten auf Knopdruck ein fertiges System – dies kann Magento (noch) nicht bieten – vor allem nicht zu diesem Kurs. Wenn natürlich so eine Big-Player wie Globetrotter auf so ein System umsteigt, steigen die Chancen auf Nachahmung erheblich. Jeder kleine Outdoor Händler weiss,  Globetrotter funktioniert unglaublich gut – der Shop ist eine Augenweide und lässt sich sehr gut bedienden. Globetrotter ist der Inbegriff von Outdoor uns Sport – so werden die Magento-Systeme sich auch in Deutschland gut behaupten und stark ausbauen können.

Wir sind vor allem auch gespannt auf den neuen Bestellprozess – als Kernprozess eines Verkaufs unglaublich wichtig. Bei der Standardversion von Magento ist dieser grauenvoll und wir können nur hoffen, dass hier noch mehr Mühen investiert werden als bei Jack-Wolfskin. Der Bestellprozess von Magento mag sicher auch Geschmackssache sein – aber auch Usabilitysicht besteht hier noch weiterer Bedarf. Die Bestellabbruchsquoten sind bei solchen großen Shops, mit einer so bekannten Marke im Hintergrund sicherlich anders und weniger erwähnenswert als bei kleinen und unbekannteren Shops. Wir würden diesen anders gestalten!

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Über Tom Adebahr

Ich brenne für den E-Commerce und habe das Glück in einem spannenden Internet-Unternehmen in leitender vertrieblicher Position angestellt zu sein. Ein Faktor für meine überdurchschnittliche Motivation war schon immer meine Einstellung zur Arbeit. Ich habe viel Freude an dieser und genieße es, ins Büro zu fahren und das eigene Wissen um das meiner Kollegen zu ergänzen, um im Team effizient und erfolgreich zu sein.

9 Gedanken zu „Globetrotter ab 2010 mit neuem Shop-System

  1. Sebastian (Handelskraft)

    Danke für den ausführlichen Kommentar dazu.

    Magento eignet sich für sehr kleine Shops, wie hier schon erwähnt, noch nicht sonderlich gut. Die Communitystärke ist zwar beachtlich, und meiner Meinung nach die ausgeprägteste in diesem Segment, jedoch reicht das nicht. Magento ist sehr komplex, wenngleich auch wirklich toll in der Performance (schnell und stabil).

    So ist anzuführen, dass Eigenentwicklungen zwar an den Kernkompetenzen vorbeigehen, das ist meistens zumindest anzunehmen, aber auch Shoplösungen wie Magento bedürfen einem Support, der firmenintern weniger Geld und HR intern verbrennt. Selbst auf anderen Shoplösungen bauen und Berater an der Seite zu haben, kann und wird sich auszahlen.

    Übrigens schlage ich vor, die Schriftfarbe eurer Beiträge etwas dunkler zu machen, ähnlich dem Grau in der Sidebar. Denn ich habe beim Lesen fast Augenkrebs wegen Konzentration bekommen :).

    Ein schönes Wochenende.

  2. Service ATO IT eCommerce Shop

    Wir beobachten Magento nun schon seit mehreren Monaten, und konnten einige wichtige und auch sehr Interessante Veränderungen feststellen. Wie die Pro Release von Magento beweist möchte man nun doch in die Kommerzielle Liga der eCommerce Anbieter aufsteigen, was Ihnen auch bestimmt gelingen wird nur ist unserer Meinung nach Magento noch nicht Interessant genug für den Deutschen Markt, erst recht nicht für einen Anbieter wie Globetrotter der doch sehr individuelle Bedürfnisse an ein eCommerce-System stellt.

  3. JCG

    Was genau würdet Ihr am Checkout-Prozess eines Magento out of the box denn ändern?

    Ein Artikel mit genauer Darlegung Euerer Kritikpunkte wäre sehr interessant.

  4. ShopTrainer.de Beitragsautor

    @JCG: Der Aufbau der Boxen nebeneinander, wirkt unser Meinung nach fürs Auge sehr unruhig. Studien haben wir darüber leider derzeit keine.

    Wir würden aber auf jeden Fall die Boxen untereinander anordnen. Beispiel: E-Mail-Adresse und Telefon.

    Ansonsten werden sich User auch mehr und mehr an den Bestellprozess in der Form „untereinander“ gewöhnen. Gerade auch in Zeiten von (noch) vielen Xt-Commerce, Oxid, OS-Commerce Shops im Markt, ist es doch etwas gewöhnungsbedürftigt.

    Haben Sie einen Link für einen individuellen Test – gerne testen wir Ihren Magento-Shop.

  5. JCG (naturkost.com)

    @ Shoptrainer.de:

    Ich persönlich empfinde die Anordnung nicht als Nachteil – ich denke, das ist reine Gewöhnungssache und wird mit zunehmender Anzahl von auf Magento basierenden Shops mit der Zeit üblicher.

    Verglichen mit den nach wie vor zahlreich auf dem Markt befindlichen osC- und xtC-Installationen finde ich den Checkout-Prozess bereits bei (Standard-)Magentos besser und logischer gelöst.

    Hier wird die Zeit aber sicherlich noch zeigen, ob Nachbesserungsbedarf (wie von Euch beschrieben) besteht. Studien oder zumindest vereinzelte Beobachtungen hierzu wären klasse – sobald vorliegend, bitte hier publizieren! 🙂

  6. DerRadfahrer

    Also, wenn ihr mich fragt, hat Globi sich mit der Systemumstellung gehörig übernommen.

    Magento hin oder her. Februar 2010 ist ja nun schon seit Monaten vorbei. Viele Funktionen im (alten) Onlineshop sind nicht mehr verfügbar, was wohl an der Backend-Umstellung auf SAP liegt und der wohl mehr als rudimentären Daten hin- und herkopiererei zwischen dem alten und dem neuen System.

    Ursache des Problems dürfte die Firma Visions sein, die anscheinend den Onlineshop nicht fristgerecht fertiggekriegt hat. Spricht nicht gerade für die Software? Oder sind nur die Mitarbeiter unfähig und die Software trotzdem gut?

    1. ShopTrainer.de Beitragsautor

      Vielen Dank für Deinen Beitrag. Konstruktive Kritik an der Umstellung und Kommunikation sollte zu verkraften sein. Zu bedenken geben möchten wir dennoch, dass kaum einer von uns abschätzen kann, welch ein Aufwand es bedeutet, einen Onlineshop in der Größe und Struktur von Globetrotter umzustellen – wir halten uns daher lieber etwas bedeckt! Visions ist durchaus in der Lage einen sauberen Shop auf Basis von Magento aufzubauen – Sie haben es mit Jack-Wolfskin auch schon bewiesen! Auf den letzten Tag kommt es dennoch eher weniger an – Wir alle lieben doch Globetrotter und kaufen nach wie vor im Onlineshop und den lokalen Ladengeschäften ein und freuen uns, wenn der neue Onlineshop an den Start geht – ganz besonders in Verbindung mit Magento.

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