Der Schweizer Ecommerce – Zahlen und Fakten – Onlineshop Studie 2010

Das der schweizer Ecommerce Markt anders tickt als der deutsche Ecommerce, sollte jedem User schon bei dem durchstöbern von Shops aufgefallen.

Übersicht

Die Schweiz ist aus deutscher Sicht ein Drittland und gehört nicht zur EU – viele Menschen wissen bis heut noch nicht. Nur die Wenigsten im Ecommerce haben mit dem B2B-Handel zu tun – da hätten Sie es allein durch die Ausfuhrlieferungen merken müssen. Als Shopbetreiber hingegen, werden die Versandkosten einmal in den deutschen Shop eingegeben und schon ist der Abverkauf an Endverbraucher in die Schweiz möglich. So hat der Shopbetreiber auch nichts mit der Währung der Schweizer am Hut – ein Umdenken fällt bei Exportlieferungen ins Ausland an den Endkunden aus – und so bleibt der Franken eben auch der Schweizer Franken. Die Schweiz ist zudem ein viel kleineres Land und so kann von Zürich aus, fast jeder schweizer Ort innerhalb von 2 Stunden erreicht werden. Regelmäßig wird dort mehr verdient als in Deutschland, der Staat ist nicht verschuldet und so sollte der einzelne Bürger trotz hoher Kosten dennoch mehr übrig haben, als ein Deutscher.

Shopaufbau

In der Schweiz scheint es nicht nur im Finanzwesen leichter zu sein ;-)! Der Shopaufbau hängt dem Deutschen oftmals gewaltig hinterher – Ausnahmen werden hier eher ein Regelfall bleiben. Ein schweizer Onlineshop zeigt oftmals kein vollständiges Impressum, keine AGB, keine Versandkostenverlinkung. Desweiteren wirkt der Aufbau oftmals unmodern. Somit ist es im ersten Augeblick auch für den Shopbetreiber leichter.

Realität Marktforschung

Wie so oft ist das alles auch immer viel Eigeninterpretation und bloggen lässt zudem immer sehr viele Freiheiten. Um einen Markt zu untersuchen, bedarf es immer einer ganzen Reihe von Analysen und Befragungen, eben eine direkte Marktforschung.

Studie Schweizer Online-Shop Studie 2010

Immer mehr Schweizer nutzen die Vorzüge des Online-Einkaufs und bestellten im Jahr 2009 Produkte über rund 6.0 Mrd Franken. Doch wie steht es um die Qualität der Schweizer E-Commerce-Anbieter?

In Zusammenarbeit mit der Firma interactive friends hat das Blog carpathia.ch 100 ausgewählte Schweizer Online-Shops aus 10 Kategorien von Büchern bis Wein auf Herz und Nieren nach aktuellsten Kriterien geprüft und in einer Studie zusammengefasst.

Ergebnis der Studie

Insgesamt ist der Schweizer E-Commerce auf gutem Wege, Aufholbedarf gibt es aber bei der Innovationskraft und Trends wie Visualisierung von Emotionen oder Social Commerce. Auch gibt es noch zahlreiche Shops, die elementare Fehler aus alten Zeiten ausbügeln müssen, wie zum Beispiel der Einsatz von Frames, die es den Suchmaschinen verunmöglichen, die Inhalte zu indexieren.

Eigeninterpretation

Die Studie zeigt auf, um was es im schweizer Ecommerce geht, wie der Ecommerce sich entwickelt. Die 100 Shops wurden mit Hilfe eines Scoringverfahrens bewertet. Dieses Verfahren basiert auf einem Fragenkatalog, indem beispielsweise folgende Fragengruppen gebildet wurden: Marketing und Suchmaschinen-Optimierung, Shopeinstieg und Produktsuche, Sortiment und Präsentation, Prozesse und Funktionen, Layout, Usability und Recht, Checkout und Zahlungsmittel, Mystery Shopping (optional). Dazu wurden unter anderem auch Testkäufe durchgeführt, welche sich im Zeitfenster Mitte Februar bis Ende April 2010 erstreckten. Das Ergebnis dieser Studie, in Zahlen, sieht wie folgt aus:

Nach unserem Geschmack wurden etwas zu viele Shops getestet, die nicht wirklich typisch schweizerisch auffallen: bol.ch, buch.ch, dell.ch, NettoShopAG, Weltbild Verlag GmbH. Hierbei handelt es sich um Profis aus anderen Ländern, bei denen das Geschäftsmodell bereits in anderen Märkten stabil eingeführt wurde. Diese Shops stellen sicher einen hohen Einfluss dar, haben eine gute Qualität, bilden aber auf diesem Niveau in der Schweiz eher die Ausnahme, als die Regel.

Hingegen Shops wie Brack.ch und Microspot.ch haben uns erfreut – das sind wahre Schweizer E-Commerce-Urgesteine und gehören in solch eine Studie hinein.

Schöne Alternativen und es geht doch, auch in der Schweiz 🙂

Das Shopsystem Magento scheint sich auch in der Schweiz mehr und mehr durchzusetzen – so wäre es für die Gesamtbeurteilung auch interessant gewesen, wenn solche Perlen wie agitatto.com, alleskaufen.ch, bikeonlineshop.ch, henel-vdoshop.de, rasenschach.ch, sancho-store.ch, tschigi.com hätten mit in diese Studie einfliessen können.

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Über Tom Adebahr

Ich brenne für den E-Commerce und habe das Glück in einem spannenden Internet-Unternehmen in leitender vertrieblicher Position angestellt zu sein. Ein Faktor für meine überdurchschnittliche Motivation war schon immer meine Einstellung zur Arbeit. Ich habe viel Freude an dieser und genieße es, ins Büro zu fahren und das eigene Wissen um das meiner Kollegen zu ergänzen, um im Team effizient und erfolgreich zu sein.

4 Gedanken zu „Der Schweizer Ecommerce – Zahlen und Fakten – Onlineshop Studie 2010

  1. Thomas Lang

    Danke für die Replik und die Berichterstattung. Noch kurz zur Auswahl der Shops.

    Diese erfolgte aufgrund verschiedener zur Verfügung stehender Studien und Popularitäts-Listen sowie eigener Marktbeobachtungen – dass dabei auch intl. Shops dabei sind, lässt sich nicht vermeiden, verzeichnen sie doch einen bedeutenden Umsatzanteil in der Schweiz.

    nettoshop.ch ist übrigens ebenfalls ein Schweizer Urgestein wie digitec.ch, geschenkidee.ch, blacksocks.com uva. die in der Studie berücksichtigt wurden.

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