5 Gründe für Google Analytics

Mal eben ein neues Tracking-System für den eigenen Onlineshop einsetzen ist leider nicht ganz so trivial, wie man sich das im ersten Moment vorstellt. Ein Techniker würde sagen – ok, einfach einen neuen Tracking-Code einbinden.

Das ist ja auch nicht verkehrt – jedoch fragt sich der Marketing-Verantwortliche unterdessen, wie es denn möglich sei auch die alten erhobenen Daten im neuen Tool weiterverwenden zu können. Solange dieses heikle Thema Datenschutz und Speicherung der Ip-Adressen noch nicht gelöst ist, wird die Diskussion nach einem neuen Messinstrument für viele Shopbetreiber immer mehr zum Thema.

Das Portal gruenderszene.de hat das Thema Google Analytics aufgegeriffen und nochmal die Problematik mit dem Datenschutz verständlich aufbereitet.

Damit ist die Verwendung von Google Analytics und ähnlichen Tracking-Tools, die für ihre Analyse auf die vollständige IP-Adresse zurückgreifen, nach Auffassung der Datenschutz-Aufsichtsbehörden unzulässig, wenn keine vorherige Einwilligung des Betroffenen eingeholt wurde. Die von Google vorgesehene Erläuterung in der Datenschutzerklärung allein ist nicht ausreichend, um den Einsatz von Google Analytics zu rechtfertigen.

5 gute Gründe für Google Analytics

Datenimport

Wenn Onlineshops mit einem neuen Web-Controlling-Werkzeug Daten erfassen wollen, stellt sich die Frage… Wie bekommt man die alten erhobenen Daten, der zum Beispiel letzten 2 Jahre, aus Google Analytics in das neue System übertragen? Da Google möchte, dass alle Webseiten-Betreiber Google Analytics nutzen, gibt es natürlich, zumindest wissen wir nichts Gegenteiliges, keine Schnittstelle, mit der die Daten an andere Systeme übertragen werden können. Demnach führt ein Wechsel mehr oder minder zum Verlust des Datenbestandes – und das allein kann schon Grund genug sein! Keine Vergleichsdaten mehr vorhanden… So etwas kann im ungünstigen Fall auch zu einem Verlust an Usern und somit der Kaufkraft im Shop führen.

Integrationsgeschwindigkeit / Kompatibilität

Für die meisten Shops genügt das Einfügen eines kleines Tracking-Codes, sinnvoller Weise im Footer des Shops. Damit werden alle Grunddaten in einem Shop erfasst. Möchten Onlineshopbetreiber aber auch die eigenen Umsätze in Analytics sehen, so benötigt der Shop einen Eingriff in den Quellcode des Checkouts. Für viele Onlineshops gibt es dafür aber auch fertige Module oder Anleitungen – somit bechleunigt sich die technische Integration. Auch gibt es aufgrund der Masse an Google Analytics Nutzern jede Menge Tipps und Tricks in Foren und Blogs.

Wie erfasse ich E-Commerce-Transaktionen?

E-Commerce Tracking mit Google Analytics in xt:commerce (bis 3.0.4. SP 2.1)
http://webanalyse-news.de/xtcommerce-tracking-mit-google-analytics-tutorial

Google Analytics E-Commerce Tracking für Magento mit der Erweiterung „Fooman Google Analytics Plus“
http://www.mag-module.de/magento-extension/fooman-google-analytics-plus

Oft werden wir auch als Dienstleister gefragt, wie das Kampagnentracking von Analytics funktioniert. Nur mit Hilfe sogenannter „Tags“ (in der Standard-Internetsprache auch „Trackingparameter“ genannt) kann eine exakte und valide Auswertung einer Kampagne erfolgen. Diese Funktion ist in Google Analytics recht versteckt. Vom Prinzip her funktioniert diese Art, wie jedes andere Link-Tracking auch. An die Links, die man an den Kooperationspartner (Banner, Preisvergleicher, etc.) übermittelt, sollten am Ende jeweils richtige Parameter angefügt werden. Hier 3 wichtige Seiten dazu:

http://www.google.de/support/googleanalytics/bin/answer.py?answer=55578

Beispiellink für Preisvergleich
http://www.meinshop.de/produkt-104.html?utm_medium=CPC&utm_campaign=billigerde

Beispiellink für Banner
http://www.meinshop.de/produkt-104.html?utm_medium=display&utm_campaign=webde

Kein Vertrag

Google Analytics ist kostenlos und somit schliesst man nicht wirklich einen Vertrag mit Google ab – ok, die AGB müssen gelesen und noch wichtiger auch akzeptiert werden… Aber somit obliegt es jedem selbst, das System eines Tages wieder zu verlassen, ohne Kosten und eben auch ohne Vertragsbindung.

Messergebnisse

Die Messergebnisse von Google Analytics sind recht genau – es dürften sich nur wenige „Systeme“ besser mit Fehlklicks und Bots auskennen, als Google selbst. Wie sind da Eure Erfahrungen? Von den Kollegen im E-Commerce-Sektor höre ich immer nur Positives – vielleicht hat jemand mal etwas Negatives für uns?

Verknüpfung zu Adwords

Google Adwords ist das Werbemittel schlecht hin – Das ist bei einem deutschen Marktanteil von Google mit über 90% auch das Mittel, womit Google die größten Einnnahmen erzielt. So nutzen eben auch viele Shopbetreiber die Möglichkeit Anzeigen über Google Adwords zu schalten und so mehr Kunden in den Shop zu locken. Google Adwords kann mit Google Analytics verbunden werden und so können viele relevanten Kennziffern auf einem Blick zusammengefasst werden.
Das Blog timoaden.de zeigt auf, wie man diese Verknüpfung einstellt:

Verfügen Sie also über ein AdWords Konto und wollen dies mit Ihrem Analytics Konto verknüpfen setzen Sie „Kostendaten übernehmen“ auf „Ja“. Von diesem Moment an fließen sämtliche Daten aus Ihrem AdWords Konto (Kampagnen, Adgroups, Keywords, Impressions, Clicks, CTR, CPC) in Google Analytics und werden dort mit den über den Google Analytics Tracking Code generierten Daten verknüpft.

Weitere kostenlose Messwerkzeuge für Onlineshop-Betreiber:

  • webseitenstats (auch mit angebundenen Link-Prüfroutinen, Twitter-Tools, Kampagnentracking, etc.)
  • piwik

kostenpflichtige Alternativen:

Fazit

Daten erheben ist verdammt wichtig – ohne diese geht es heute nicht mehr! Ein Wechsel auf eine neues Web-Controlling-Werkzeug birgt einige Risiken. Eine Abmahnung möchte auch kein Shopbetreiber bekommen… Somit dürfen wir gespannt sein, wie es mit Google Analytics weitergeht. Datenschutz hin oder her – wir sehen kaum Webseiten, die auf Google Analytics verzichten…

16 Gedanken zu „5 Gründe für Google Analytics

  1. Peter Pletsch

    Zum Punkt „Vergangenheitsdaten behalten“: Google bietet über die API die Möglichkeit, sämtliche Daten zu exportieren.

    Wenn man einen Anbieter findet (mir ist bisher keiner bekannt), der seine Datenstrukur mit der von Google Analytics abgleichen kann, ist ein Import der Daten durchaus denkbar.

    Von Seiten der Anbieter muss da aber Vorarbeit geleistet werden, da sie intern klären müssen, was Google Analytics alles bietet und wie es in die eigene Struktur importiert werden kann.

    Ich habe mal einen Anbieterwechsel gemacht (nicht von Google) und wir haben einfach die Kernkennzahlen übernommen. Für den Rest interessiert sich nach ein paar Monaten in der Regel niemand mehr. Die gute alte 80/20 Regel greift auch hier.

  2. H.P.

    Es gibt auch Gründe dagegen, schade das die hier nicht mit auftauchen. Es ist übrigens relativ bekannt das Google sehr aktiv für die Verwendung von Analytics unterwegs ist.

    Somit 4 gute Gründe gegen Google Analytics:

    1. Geschwindigkeit
    Nicht zuletzt da GA in vielen Seiten schlecht integriert ist (kein kompletter Aufbau bevor GA geladen wurde beispielsweise) ist GA ein attraktives Angriffsziel. Ein Dienst lahmgelegt, Millionen Webseiten beeinflußt. Mir persönlich ist GA diesbezüglich bereits öfter negativ aufgefallen.

    2. Datensicherheit
    Weiß irgendwer wem Er da seine kostbaren Daten gibt und wofür die weiterverwendet werden?

    3. schwierige Integration
    Stimmt, der Code ist einfach zu integrieren. Deckt aber nur uninteressantes Zeugs ab, für Shopbetreiber ist Konversionstracking viel interessanter und wichtiger als Klicktracking. Wer mal versucht hat das einzubauen weiß wie schwierig das bei GA ist!

    4. Unabhängigkeit
    Die Verbreitung der Unsitte Google Werbekampagnen mit einem Google Trackingtool zu kontrollieren ist bemerkenswert. Der Wert eines solchen Trackings ist dann doch bei allem Vertrauen in die Marke Google eher zweifelhaft!

    Fazit :

    Sicher ist Google Analytics ein mächtiges Werkzeug, aber 1. gibt es Alternativen, 2. gibt es diverse Anwendungsszenarien in denen GA eher nicht zum Einsatz kommen sollte und 3. stellt die Datenschutzproblematik nach wie vor eine recht hohe Hürde dar.
    Trackingsysteme für Shops gibt es, übrigens auch integrierte Systeme die weitere Funktionalitäten (Stichwort CRM, automatische Marketingoptimierung etc.) ermöglichen.
    Es lohnt sich auf jeden Fall einen Blick auf die Möglichkeiten zu werfen!

    1. ShopTrainer.de Beitragsautor

      @H.P.

      vielen Dank für den Kommentar. Wir haben in der Vergangenheit schon oft über die negativen Aspekte von Google Analytics berichtet.
      Dieser Post sollte einfach mal etwas Positives aufzeigen – und das sollte gelungen sein!

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